Schuppenflechte – die häufigste chronische Hauterkrankung

2-5 % der deutschen Bevölkerung leidet unter Psoriasis (Schuppenflechte), der häufigsten chronischen Hauterkrankung. Dabei sind Männer und Frauen gleich häufig betroffen. Da die Psoriasis vulgaris mit 80-90 % der Betroffenen die häufigste Form der Schuppenflechte ist, setze ich mich besonders mit dieser Form auseinander.

Die Erkrankung ist nicht ansteckend, jedoch liegt eine erbliche Veranlagung vor. Bis heute ist die Ursache für die Psoriasis nicht bekannt. Es ist nur erwiesen, dass das Immunsystem von Betroffenen sich nicht richtig regulieren kann und Immunzellen Botenstoffe abgeben, die die Hautzellen pathologisch regulieren.

Dabei kommt es überall am Körper zu charakteristischen scharf begrenzten, leicht geröteten & von silbrigen Schuppen bedeckten Arealen der Haut, den sogenannten Plaques. Die Plaques können verschiedene Größen und Formen haben.

Bei von Psoriasis Betroffenen kann die Epidermis auf das 4-5-fache Verdickt sein. Neue Hornzellen werden innerhalb von nur 4 Tagen gebildet – bei „normaler“ Haut dauert dies mindestens 28 Tage.

Was Schuppenflechte -Schübe auslösen kann

Um einen akuten Schub der Schuppenflechte auszulösen, müssen meist einige äußere und / oder innere Auslöser zusammenkommen. Deswegen solltest du, wenn du betroffen bist, diese Auslöser vermeiden. Zu diesen Auslösern gehören zum Beispiel:

hormonellen Umstellungen
chronische Entzündungen der Haut
Verletzungen der Haut
mechanischen & physikalischen Reizungen der Haut (z.B. Kratzen, Tattoos, Piercings)
körperlichen & psychischen Belastungen (z.B. Stress)
übermäßigen Konsum von Alkohol
Infektionskrankheiten
Nikotin
starke Gewichtszunahme & zu fettes Essen
Schwangerschaft
Sonnenbrand
Medikamenten

Jeder Schub kann spontan beendet werden, dennoch ist ein vollständiges Abheilen der Haut sehr selten. Auch neue Schübe können nicht vorhergesehen werden. Bis zu einem erneuten Schub können wenige Tage bis einige Jahre vergehen.

Dein Alltag mit Schuppenflechte

Im Alltag solltest du darauf achten, dass deine Haut nicht zusätzlich belastet oder geschädigt wird. Bei vielen Betroffenen kommt es durch die UV-Strahlung im Sommer zu einer Verbesserung der Schuppenflechte.

Außerdem kannst du mit diesen Tipps akuten Schüben gut vorbeugen:

schütze dich vor Infektionen
trage luftige, nicht eng anliegende Kleidung
verzichte bei deinen Klamotten auf Wolle
achte auf eine ausgewogene Sonnenstrahlung im Alltag, aber vermeide Sonnenbrand
nehme dir Zeit für deine Körperpflege (auch wenn es keinen akuten Schub gibt)
Dusche & Bade nur in Maßen, um den Säureschutzmantel deiner Haut geschützt wird
Greife beim Baden auf Öl- & Salzzusätzen zurück um die Schuppen aufzuweichen
verwende Körperpflegeprodukte, die rückfettend & wasserbindend sind
verzichte auf Duftstoffe in deinen Pflegeprodukten

Hautpflege bei Schuppenflechte

Reinigung: Für Betroffene gilt: Weniger ist mehr! Gehe sparsam mit Wasser und Reinigungsprodukten vor. Verzichte auf Peelings und Tenside aus der Alkylsulfatgruppe (z.B. Sodium Laurylsulfate) und greife lieber auf milde Tenside wie Betaine zurück. Wenn du duschst oder badest, solltest du auf Dusch- und Badeöle zurückgreifen und das Wasser maximal auf 37 Grad temperieren.

Als therapeutische Maßnahme kannst du Salzbäder durchführen. Allerdings solltest du deiner Haut nach einem Bad im Salzwasser auf jeden Fall Feuchtigkeit und Fett zufügen.

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Pflege: Um deine Haut optimal zu pflegen, solltest du unbedingt deinen Hauttypen kennen. Wenn du von deinem Arzt medizinische Pflegeprodukte verschrieben bekommen hast, solltest du deine Haut nicht zeitgleich mit anderen Pflegeprodukten behandeln. Bei juckender Haut helfen Harnstoff und Polidocanol. Aber wie bei jeder Pflege gilt auch bei Schuppenflechte: Erlaubt ist, was gut tut! Probiere ruhig einige Zeit herum, bis du deinen Weg gefunden hast.


Quellen

„Dermatologie und medizinische Kosmetik“ – Hermann Trinkkeller, Springer, 3. Auflage

„Körperpflege und Kosmetik“ – Sabine Ellsässer, Springer, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage

„Basiswissen Dermatologie“ – Matthias Goebeler, Henning Hamm, Springer

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