Feuchtigkeit für deine Haut – Natürliche Feuchthaltefaktoren (nmf)

Die NMF (natural moisturizing factor; deutsch: natürliche Feuchthaltefaktoren) sind wasserbindende (hydrophile) Substanzen, die ein Bestandteil der Hornschicht sind und eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung deiner Hautfeuchtigkeit spielen.

Natürliche Feuchthaltefaktoren sind Hydrophile, das heißt, dass sie Wasser lieben. Die Hydrophile bilden große Hydrathüllen aus und binden so das Wasser in der Epidermis & im Hydrolipidfilm der Haut. Durch die Anreicherung mit Wasser quillt die Haut auf, wirkt glatter und eine Verdunstung wird verhindert.

Wenn du falsch mit Waschmitteln umgehst oder zu viel Kontakt zu Wasser hast, werden die NMF aus deiner Haut herausgelöst & deine Haut wird trocken.

woraus nmf bestehen

Natürliche Feuchthaltefaktoren sind eine Mischung von freien Aminosäuren und Carbonsäuren, Pyrrolidoncarbonsäuren, Harnstoff, Natrium, Kalium, Calcium Mangesium, Lactat, Citrat, Frmiat, Chlorid, Phosphat, Ammoniak, Harnsäure, Glucosamin und weiteren organischen Säuren.

NMF

Diese Faktoren binden das Wasser aus tieferen Hautschichten, der Umwelt aber auch aus Kosmetika. NMF sind leicht synthetisch zu gewinnen und in der Regel gut verträglich, weswegen sie sehr gerne in Feuchtigkeitscremes eingesetzt werden.

Harnstoff – der wichtigste nmf in kosmetika

Harnstoff (INCI: Urea) kann vielfältig eingesetzt werden und löst keinerlei Allergien aus. Genau aus diesen Gründen und der fehlenden Toxizität wird Harnstoff gerne in Kosmetika eingesetzt.

Vom Säuglingsalter bis zur reifen Haut kann Urea in Konzentrationen von bis zu 10 % eingesetzt werden.

Wirkungen von Harnstoff

Die Wirkungen von Harnstoff sind abhängig von ihrer Konzentration:

Bei Konzentrationen von bis zu 2 % wirkt Harnstoff feuchtigkeitsspendend – er erhöht den Wassergehalt in der Hornhaut für mehrere Stunden. Außerdem macht er die Hornhaut glatter und lockert sie auf.

Ab Konzentrationen von 10 % stillt Urea den Juckreiz und löst Schuppen. Ab 40 % wirkt es keratolytisch (d.h. hornlösend).

Allgemein werden dem Harnstoff folgende Wirkungen zugeschrieben:

entzündungshemmend
antibakterielll
fördert die Penetration von anderen Stoffen in deine Haut
Kann an offenen Hautstellen Brennen auslösen

Harnstoff und Hauterkrankungen

Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit trockener Haut 50 % weniger Harnstoffgehalt in ihrer Hornschicht haben als Menschen mit normaler, nicht trockener Haut.

Aber noch drastischer ist das Defizit an Harnstoff bei Neurodermitikern und Psoriatikern: Während Menschen mit Schuppenflechte 60 % weniger Harnstoff in ihrer Hornhaut haben, haben Menschen mit Neurodermitis sogar 70 % weniger Harnstoff in ihrer Hornhaut. Wenn du also zu trockener Haut neigst, Neurodermitis oder Schuppenflechte hast, solltest du auf jeden Fall auf Präparate mit Urea zurückgreifen.


Quellen

„Braun-Falco’s Dermatologie, Venerologie und Allergologie“, Plewig, Ruzicka, Kaufmann, Hertl, Springer, 7. Auflage

„Dermatologie und medizinische Kosmetik“ – Hermann Trinkkeller, Springer, 3.Auflage

„Körperpflegekunde und Kosmetik“ – Sabine Ellsässer, Springer, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage

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