Warum wir Konservierungsstoffe in Kosmetik brauchen

Alle kosmetischen Produkte, die eine längere Zeit auf deiner Haut oder deinen Haaren verwendest oder die durch deine Finger oder das ständige Öffnen und Schließen mit Mikroorganismen, Bakterien oder Pilzen kontaminiert werden könnten, müssen in jedem Fall Konservierungsstoffe in Kosmetik eingesetzt werden.

Vor allem Inhaltsstoffe wie Vitamine, fette Öle, natürliche Rohstoffe oder Wasser sind sehr gute Nährböden für Mikroorganismen und Keime.

Warum Mikroorganismen in Kosmetik schädlich sind

Zwar sind Mikroorganismen für gesunde Menschen nicht unbedingt gesundheitsschädlich oder krankheitserregend, aber für Säuglinge, alte oder kranke Menschen können Mikroorganismen gefährlich werden und zu schwerwiegenden Infektionen führen.

Aber nicht nur die Mikroorganismen sind schädlich. Einige Keime können Toxine* absondern und Inhaltsstoffe in kosmetischen Produkten können sich zersetzen.

Diese Toxine oder Zersetzungsprodukte sind meist schädlich, sie können reizend wirken oder sogar allergische Reaktionen auslösen.

Wie werden Konservierungsmittel in Kosmetik eingesetzt?

Eine geringe Konzentration an Konservierungsstoffen ist bereits ausreichend, um wachstumshemmend zu wirken.

Durch den Einsatz von Konservierungsmitteln kann – wenn eine hygienische Herstellung erfolgte – eine Wasserverunreinigung mit Keimen verhindert werden.

Bei allen Produkten, die Wasser enthalten, ist der Einsatz von Konservierungsstoffen notwendig.

Vor allem Produkte, die über 80 % Wasser enthalten sind besonders durch den Befall von Keimen gefährdet.

Durch die europäische Kosmetik-Verordnung wird in § 2a und Anlage 6 der Einsatz und die Höchstkonzentrationen von Konservierungsstoffen gesetzlich festgelegt.

Konservierungsstoffe in Kosmetik

Was Konservierungsmittel alles leisten sollen

Heutzutage sollen Konservierungsmittel eine Vielzahl an Anforderungen erfüllen. Sie sollen beispielsweise:

in geringer Konzentration antimikrobiell wirksam sein
ein breites Wirk-Spektrum haben
gut in Wasser löslich sein
pH-Wert unabhängig wirken
keinen Geschmack und Geruch haben
nicht allergen wirken
nicht mit anderen Inhaltsstoffen wechselwirken

Allerdings erfüllen viele der Inhaltsstoffe nicht alle Anforderungen, weswegen in kosmetischen Produkten häufig mehrere Konservierungsstoffe miteinander kombiniert werden. Durch dieses clevere Kombinieren kann eine sehr gute Wirksamkeit bei geringer Konzentration und einer guten Verträglichkeit erreicht werden.

Auch wenn Konservierungsstoffe in geringen Konzentrationen eingesetzt werden, gilt jeder einzelne Konservierungsstoff als potentiell allergen.

Konservierungsmittel findest du beispielsweise in der INCI-Liste als: Benzoic Acid, Benzyl Alcohol, Chlorhexidine Digluconate, Dehydroacetic Acid, Methylparaben oder Phenoxyethanol.

Gibt es unkonservierte kosmetische Produkte?

Es gibt Produkte, die nicht konserviert werden müssen, zum Beispiel:

feste Seifen doer Syndets
Produkte, die in keimfreie Behälter gefüllt werden, z.B. Einmaldosen
Produkte, die einen pH Wert von weniger als 3 bzw. mehr als 10 haben
Gesichtswässer oder andere Produkte, die mehr als 20 % Alkohol enthalten

Es gibt einige Unternehmen, die damit werben, dass ihre kosmetischen Mittel „ohne Konservierungsmittel“ wären. Lasse dich von diesen Aussagen nicht verirren: wasserhaltige Produkte, die unkonserviert und nicht anderweitig stabilisiert wären, wären maximal 2 Wochen nach Öffnung haltbar. Deswegen benötigen wir in jedem Fall Konservierungsmittel in Kosmetik, die Wasser enthalten.


Quellen

„Körperpflege und Kosmetik“ – Sabine Ellsässer, Springer, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage

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