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Warum deine (gekaufte) Kosmetik sicher ist [+ Podcast]

In diesem Beitrag erkläre ich dir, was sichere Kosmetik eigentlich ist und warum alle kosmetischen Mittel, die du in der europäischen Union kaufen kannst, als sicher gelten. Außerdem zeige ich dir wie die Sicherheit von Kosmetik garantiert wird.

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Alle kosmetischen Produkte, die du in der europäischen Union kaufen kannst, gelten vor dem Gesetz als sicher. Das ist der Fall, da die europäische Kosmetikverordnung, die seit 2013 vollumfänglich gilt, das europäische Kosmetikrecht in einer Verordnung harmonisiert. Das heißt, dass es es ein allgemeines Gesetz gibt, welches für alle kosmetischen Produkte gilt, die in der europäischen Union in Verkehr gebracht werden. Dabei ist es irrelevant, ob ein Produkt in die EU importiert wird oder direkt in der EU produziert wird.

Was ist eigentlich ein kosmetisches Mittel?

Bevor ich dir zeige, was ein sicheres kosmetisches Mittel ist, möchte ich dir die Definition eines kosmetischen Mittels aus der europäischen Kosmetik-Verordnung an die Hand geben.

Diese steht in Artikel 2 Absatz 1 a und besagt, dass ein kosmetisches Mittel wiefolgt definiert wird:

“ Stoffe oder Gemische, die dazu bestimmt sind, äußerlich mit den Teilen des menschlichen Körpers (Haut,
Behaarungssystem, Nägel, Lippen und äußere intime Regionen) oder mit den Zähnen und den Schleimhäuten der Mundhöhle in Berührung zu kommen, und zwar zu dem ausschließlichen oder überwiegenden Zweck, diese zu reinigen, zu parfümieren, ihr Aussehen zu verändern, sie zu schützen, sie in gutem Zustand zu halten oder den Körpergeruch zu beeinflussen.“

(Quelle: Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über kosmetische Mittel, aktuelle konsolidierte Fassung vom 03.12.2020)

Fast alles, dass zur Hautpflege verwendet wird und keinen medizinischen Verwendungszweck hat, ist ein kosmetisches Mittel.

Die Sicherheit von Kosmetik

Kosmetische Mittel müssen sicher sein. Denn das ist eines der Hauptziele der europäischen Kosmetik-Verordnung ist ein hohes Maß an Sicherheit für die Verbraucher ( & letztendlich auch für den Hersteller). Dazu ist notwendig, dass – sobald ein kosmetisches Mittel auf den Markt kommt – einige Voraussetzungen erfüllt werden müssen.

Einerseits müssen Hersteller bei der Herstellung auf die Einhaltung der guten Herstellungspraxis (kurz: GMP) achten. So müssen sie zum Beispiel auf sauberes Arbeiten, auf geeignete Räumlichkeiten und vieles mehr achten.

Auch die europäische Kosmetik-Verordnung regulieret in den Anhängen einige Inhaltsstoffe, um ein sicheres kosmetisches Mittel zu garantieren. Im Anhang 2 findest du eine Negativliste mit Inhaltsstoffen, die allgemein in allen kosmetischen Mitteln in der europäischen Union verboten sind. Außerdem finden sich in weiteren Anhängen der Kosmetik-Verordnung Inhaltsstoffe, die beschränkt zugelassen sind, zum Beispiel Farbstoffe, Konservierungsstoffe und UV-Filter.

Diese Inhaltsstoffe sind zwar in Kosmetik erlaubt, aber nur unter Einhaltung bestimmter Beschränkungen und/oder Auflagen, sodass für den Verbraucher ein sicheres Produkt garantiert werden kann.

Schädliche Inhaltsstoffe in Kosmetik?

Viele Verbraucher haben große Bedenken gegenüber Inhaltsstoffen, die in Verruf geraten sind, wie z.B. endokrinen Disruptoren (Parabene & Co). Die meisten Ängste liegen in irreführender Werbung begründet, denn oft wird mit „ohne Parabene“ und ähnlichen Werbesprüchen geworben.

Aber: Egal was du hörst, immer wenn du ein Produkt in der EU kautst, dann kannst du sicher gehen, dass das Produkt für die Verwendung (Stand der heutigen Forschung) sicher ist.

Wie wird die Sicherheit von Kosmetik gewährleistet?

Damit ein kosmetisches Mittel in der EU verkauft werden darf, braucht es eine sogenannte Produktinformationsdatei, die unter anderem auch die Sicherheitsbewertung enthält.

In der Sicherheitsbewertung wird geprüft, ob das Produkt dich als KundIn sicher ist. Der Sicherheitsbewerter bekommt für die Erstellung der Sicherheitsbewertung vom Hersteller alle notwendigen Informationen, dazu gehören beispielsweise Rohstoffdatenblätter, Spezifikationen, Informationen über das Endprodukt, mikrobiologische Informationen und natürlich auch die INCI-Liste und die richtige, offizielle Rezeptur des Produktes.

Bei der Sicherheitsbewertung wird der Fokus auf jeden enthaltenen Inhaltsstoff gelegt und die Exposition berechnet – immer nach dem Worst-Case-Fall. Ist das zu prüfende Produkt zum Beispiel eine Creme, die für Baby- und Kinderhaut empfohlen wird, so wird immer die Babyhaut als Worst-Case angesehen. Zudem wird geprüft, ob das Produkt unabsichtlich zum Beispiel durch Einatmen oder Verschlucken in den Körper gelangen kann. Besonders bei Parfüm, Deos oder auch bei Lippenpflegeprodukten ist dies wichtig.

Auch die Mikrobiologie zur der zum Beispiel der Konservierungs-Belastungs-Test und auch mikrobiologische Untersuchungen des Endproduktes gehören, und Stabilitäts- & Lagertestungen werden bei der Sicherheitsbewertung berücksichtigt.

Durch all diese Faktoren kann am Ende einer Sicherheitsbewertung genau gesagt werden, ob das Produkt als sicher bewertet werden kann oder nicht.

Die Sicherheit von Kosmetik, die du selbstgemacht hast

Wenn du deine Kosmetik bei dir zuhause selber herstellst, kannst du einige Tricks, die die Experten im Rahmen der Sicherheitsbewertung anwenden, auch zu anwenden.

  • Schreibe dir immer, wenn du eine Rezeptur entwickelst, die eingesetzten Inhaltsstoffe in % aufschreibst, damit du genaue Angaben in deiner Rezeptur hast.
  • Schaue bei Rohstofflieferanten nach, welche Konzentrationen sie für den Einsatz in kosmetischen Mitteln empfehlen.
  • Prüfe die Konzentrationen zum Beispiel mit Produktspezifikationen und dem Cosmetic Ingredient Review nach.
  • Mache dir Gedanken über die Haltbarkeit & Konservierung. Hierzu kann ich dir mein Webinar „Haltbarkeit & Konservierung“ empfehlen.
  • Überschreite niemals (unbedacht) Höchstkonzentrationen.
  • Arbeite bei der Herstellung hygienisch und sehr sauber.
  • Verwende frische und qualitativ hochwertige Rohstoffe.

Kosmetik verkaufen – wie funktioniert das?

Wenn du mit dem Gedanken spielst deine (selbstgemachte) Kosmetik zu verkaufen, so solltest du frühzeitig Rohstoffdokumente von Herstellern anfordern. Zudem kannst du gerne in meine kostenlose Facebook-Gruppe selbstgemachte Kosmetik verkaufen kommen & dich vernetzen. Oder dir auf Instagram tolle Tipps abholen.

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