fbpx

Muss ich ChemikerIn sein, um Kosmetik herzustellen? [+ Podcast]

In diesem Beitrag beantworte ich die Frage, ob du zum Kosmetik selber machen und Rezepturen entwickeln ChemikerIn sein solltest. Und ich erzähle, warum ich als angehende Chemikerin einige Vorteile habe.

Du hörst lieber?

Höre dir diesen Beitrag jetzt in meinem Podcast an.

Hast du dich schon einmal gefragt, ob du Chemie studieren musst, damit du (gute) Kosmetik herstellen und diese ggfs. irgendwann einmal verkaufen kannst?

Chemiker nein – Fachwissen ja!

Wenn ja, dann kann ich dich beruhigen: Nein, du musst kein Chemiker oder keine Chemikerin sein, um deine Kosmetik selber zu machen, aber es schadet auch nicht fachliches und chemisches Hintergrundwissen zu haben, wenn du deine Kosmetik selber herstellen möchtest.

Ich selber bin fast fertig mit meinem Chemie-Studium und aus dieser Chemiker-Brille ist mir in den letzten Jahren besonders aufgefallen, dass es ganz wichtig ist, dass du dir Fachwissen aneignest.

Wenn du sinnvolle, gute und sichere Rezepturen entwickeln möchtest, dann ist sehr ganz wichtig, dass du dich auch (wenigstens minimal) für dich chemischen Grundlagen interessierst.

Welche Grundlagen du unbedingt beherrschen solltest

Die wichtigsten Grundlagen, die du auf jeden (!) Fall kennen und beherrschen solltest sind unter anderem:

Das Messen und Einstellen von pH-Werten

Du weißt, wie du einen pH-Wert messen kannst, was ein pH-Wert eigentlich ist und wie du den pH-Wert anpassen kannst.

Emulgatoren, Fett- & Wasserphase kennen

Du kennst Emulgatoren und weißt, wann du diese einsetzen kannst. Du verstehst, warum du bei Emulsionen einen Emulgator benötigst, damit sich Fett- und Wasserphase miteinander mischen lassen.

Fundiertes Wissen zu Haltbarkeit & Konservierung

Meiner Meinung nach ist es unabdinglich, dass du dich ausführlich mit dem Thema Konservierung auseinander setzt. Entweder du liest dich ein oder du holst dir Hintergrundwissen in meinem Webinar.

ChemikerInnen denken anders

ChemikerInnen sind natürlich viel tiefer in der chemischen Materie drinnen und denken anders. ChemikerInnen machen sic Gedanken darüber, wie ein Inhaltsstoff wirken kann und ob es zum Beispiel zu Wechselwirkungen zwischen enthaltenen Inhaltsstoffen in einem Produkt kommen könnte.

Die wenigsten Chemiker lernen das im Studium, sondern haben zahlreiche Fortbildungen im Bereich der kosmetischen Chemie absolviert. Denn die kosmetische Chemie ist kein Bestandteil der Chemie-Grundstudiums und auch weiterführende Studienangebote gibt es weltweit nicht viele.

Gerade im kosmetischen Bereich würde ich ChemikerInnen in drei verschiedene Kategorien einteilen:

  • ChemikerInnen, die im Labor arbeiten und dort zum Beispiel neue Rezepturen oder Inhaltsstoffe (Rohstoffe) entwickeln.
  • SicherheitsbewerterInnen, die die Sicherheitsberichte für die Zulassung von Kosmetik schreiben und sich sehr gut mit dem europäischen Kosmetikrecht auskennen.
  • ChemikerInnen oder Laboranten, die im Labor die Produkte herstellen.

Die wenigsten ChemikerInnen haben den Überblick über das große Ganze oder rühren privat auch gerne selber und beschäftigen sich mit Inhaltsstoffen.

Der Unterschied: Chemiker vs. Selbstrührer

Während ein Chemiker ganz genau weiß, worauf bei der Herstellung geachtet werden muss und auch die Kosmetik-GMP (Gute Herstellungspraxis) immer im Blick hat, haben Selbstrührer logischerweise weniger Fachwissen als ChemikerInnen.

Dafür können alle, die ihre Kosmetik selber machen, auf Beobachtungen und Erfahrungen zurückgreifen, aber ob die Rezeptur rechtlich als sicher bewertet werden würde wissen sie (meist) nicht.

Also: Nein, du musst kein Chemiker oder keine Chemikerin sein, damit du deine Kosmetik herstellen kannst, aber es schadet definitiv nicht, wenn du Hintergrund- und Fachwissen hast.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.